4. Das Evangelium wird allen Menschen verkündigt (Kapitel 10,14-21)

14 Wie werden sie nun den anrufen, an den sie nicht geglaubt haben? Wie aber werden sie an den glauben, von dem sie nicht gehört haben? Wie aber werden sie hören ohne einen Prediger?

Wir haben gesehen, dass es ganz einfach ist, errettet zu werden. Menschen können aber nur glauben und Gott um Errettung anrufen, wenn sie die rettende Botschaft hören. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, dass Diener des Herrn das Evangelium Gottes verkünden müssen.

15 Wie aber werden sie predigen, wenn sie nicht gesandt sind? – wie geschrieben steht: «Wie lieblich sind die Füsse derer, die das Evangelium des Guten verkündigen!»

Es ist wichtig festzuhalten, dass Gott seine Boten zur Verkündigung des Evangeliums aussendet. Der Prediger braucht einen klaren Auftrag von Gott, damit er diesen Dienst wirklich im Segen und mit Ausharren erfüllen kann.

Durch das Zitat aus Jesaja 52,7: «Wie lieblich sind die Füsse derer, die das Evangelium des Guten verkündigen!», zeigt uns Gott, dass die Verkündigung des Evangeliums ein schöner Dienst ist. Ja, es lohnt sich, verlorenen Menschen die rettende Botschaft zu bringen und sie dadurch vor dem ewigen Verderben zu erretten.

Paulus rechtfertigt durch das Zitat aus Jesaja auch seinen Dienst unter den Nationen (Heiden). Die Juden verfolgten Paulus, weil er den Heiden das Evangelium verkündigte (1. Thes 2,16). – Auch heute wird Satan überall Widerstand leisten, wo die gute Botschaft verkündigt wird.

16 Aber nicht alle haben dem Evangelium gehorcht. Denn Jesaja sagt: «Herr, wer hat unserer Verkündigung geglaubt?»

Paulus muss leider feststellen, dass Israel als Volk dem Evangelium nicht gehorcht hat. «Nicht alle» – leider nur Einzelne – haben die Botschaft angenommen. So erlebt jeder Diener des Herrn, dass nicht alle dem Evangelium gehorchen. Schon Jesaja musste erleben, dass seine Mitteilungen an das Volk abgelehnt wurden. Im Gleichnis vom Sämann hat der Herr Jesus ebenfalls darauf hingewiesen, dass nicht jeder Same des Wortes Gottes aufgenommen wird (Mk 4,3-20). Es gibt leider Menschen, die nicht glauben wollen.

17 Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort.

Hier fasst Paulus die Verse dieses Abschnitts zusammen. Ein Prediger muss nicht hochtrabende Vorträge halten, er muss Gottes Wort verkünden. Nur dieses hat die Kraft, Menschen zu verändern. Die Grundsätze, die Paulus hier für die Evangelisation vorstellt, gelten ganz allgemein für jede christliche Belehrung. Grundlage jeder Verkündigung muss Gottes Wort sein.

18 Aber ich sage: Haben sie etwa nicht gehört? O doch! «Ihr Schall ist ausgegangen zu der ganzen Erde und ihre Sprache zu den Grenzen des Erdkreises.»

Nun zitiert Paulus einen Vers aus Psalm 19. Dort finden wir zwei Zeugnisse Gottes an die Menschen: die Schöpfung (Verse 2-7) und sein Wort (Verse 8-12). Vers 5, den Paulus anführt, zeigt uns, dass Gott durch die Schöpfung zu allen Menschen redet. Jeder Mensch, der auf der Erde lebt, wird von Ihm angesprochen. Das finden wir auch in Hiob 33,29-30: «Siehe, das alles tut Gott zwei-, dreimal mit dem Mann, um seine Seele abzuwenden von der Grube, dass sie erleuchtet werde vom Licht der Lebendigen.»

Wir halten fest: Gott sendet seine Diener zu den Menschen, damit sie gute Botschaft der Errettung hören. Aber Er hat noch andere Mittel, um Menschen anzusprechen. Jeder kann errettet werden, wenn er nur will. Niemand kann sich entschuldigen. Das haben wir schon in Kapitel 1,20 gesehen.

Mit drei Zitaten aus dem Alten Testament werden uns nun Gottes Liebe, Gnade und Geduld vorgestellt.

19 Aber ich sage: Hat Israel es etwa nicht erkannt? Zuerst spricht Mose: «Ich will euch zur Eifersucht reizen über ein Nicht-Volk, über eine unverständige Nation will ich euch erbittern.»

Hat Israel tatsächlich nicht gewusst, dass die Gnade auch zu den Heiden kommen würde, um sie in Verbindung mit Gott zu bringen? Sie hätten es wissen können, denn Mose hat schon gesagt, dass Gott sein Volk eifersüchtig machen werde durch seine Gnadenwege mit einem «Nicht-Volk» und einer «unverständigen Nation» – eine Anspielung auf die Heiden.

20 Jesaja aber erkühnt sich und spricht: «Ich bin gefunden worden von denen, die mich nicht suchten, ich bin offenbar geworden denen, die nicht nach mir fragten.»

Jesaja, der grösste aller alttestamentlichen Propheten, hatte prophezeit, dass Gott sich finden lassen würde von denen, die Ihn nicht suchten. Von Israel dagegen musste er sagen:

21 Von Israel aber sagt er: «Den ganzen Tag habe ich meine Hände ausgestreckt zu einem ungehorsamen und widersprechenden Volk.»

Jahrhunderte lang hat sich Gott mit Israel beschäftigt. Die Antwort auf seine Liebe war Ungehorsam und Widerspruch. Deshalb wandte Gott sich von ihnen ab und richtet sich im Evangelium an alle Menschen.

1. Warum muss das Evangelium verkündet werden?

2. Wer sendet die Prediger aus? (Apg 13,4)

3. Schon Jesus hat darauf hingewiesen, dass die Predigt des Wortes nicht von allem Menschen angenommen wird. In welchem Gleichnis?

4. Der ausgestreute Same (das Wort Gottes) ist in diesem Gleichnis in allen vier Fällen der Gleiche. Was macht den Unterschied aus, ob Frucht entsteht oder nicht?

5. Was muss die Grundlage jeder Predigt sein?

6. Nicht alle Menschen werden durch die Predigt von Gottes Wort erreicht. Aber wie redet Gott zu allen Menschen?

7. Gott hat verschiedene Möglichkeiten, die Menschen zu erreichen. Welche zwei Arten erwähnt Psalm 19?

8. In Vers 19 zitiert Paulus 5. Mose 32,21. Wen meinte Mose mit den Ausdrücken «Nicht-Volk» und «unverständige Nation»?

9. In Vers 20 führt er den Propheten Jesaja an. Die Heiden suchten Gott nicht, und doch haben viele Ihn gefunden. Wie ist das möglich? (Lukas 19,10)
Welch eine Gnade!

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